Lud Uitdewilligen (39) bringt Fahrrad-Seitenwagen in die Niederlande: ‘Neben jeder Lastenrad-Mutter einen Seitenwagen-Vater’
Autor: Debora Boomsma
Fotos zum Artikel: Jeffrey Korte Media
Geschrieben am: 10. September 2024
Viel hatte nicht gerade einen eigenen Beiwagen, erzählt Lud mit einem Grinsen. Bei Gamma holte er sich ein paar Holzplatten und begann zu bauen. Das Ergebnis war ein Beiwagen, mit dem er mit seinen Jungs herrliche Ausflüge machen konnte. ‘Es war noch ein etwas klobiges, schweres Ding. Aber es sah sehr schön aus und die Kinder saßen darin wie Könige. Unterwegs wurden wir viel beachtet. Viele Leute fanden es toll und fragten mich, woher ich es hatte.’
Sofortige Übereinstimmung
Auf der Suche nach einem Teil, mit dem er den ‘selbstgebauten’ Beiwagen sicher an seinem Fahrrad befestigen konnte, stieß er auf das dänische Unternehmen Scandinavian Sidebike. ‘Von einem Vater wie mir, der es genoss, mit seinem Sohn Fahrrad zu fahren. Er, Torben, hatte bereits einen Beiwagen entwickelt und auf den Markt gebracht. Wir verstanden uns auf Anhieb.’
Lud arbeitet seit Jahren im Bereich datengesteuerte Agrartechnologie, aber das Fahrrad-Seitenwagen ließ ihn nicht los. ‘Letztes Jahr fing es wirklich an zu jucken, ich wollte mehr damit machen.’ Selbst eines zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, war für ihn keine Option. Sein Job und seine Familie nehmen dafür zu viel Zeit in Anspruch.
Sidecar Father
‘Aber ich fand es eine gute Idee, hier in den Niederlanden eine Plattform für Scandinavian Sidebike einzurichten.’ Lachend: ‘Mit der Mission: neben jeder Lastenfahrrad-Mutter einen Seitenwagen-Vater.’ Den Wunsch, selbst etwas mit einer Online-Plattform zu unternehmen, hatte er schon seit Jahren. ‘Die Freiheit und Unabhängigkeit des Unternehmertums sprechen mich an.’
Torben war sofort begeistert, Lud wurde Anfang dieses Jahres mit seiner eigenen Website Fietszijspan.com Reseller von Scandinavian Sidebike für die Benelux-Länder. Über seine Website können Kunden aus drei Modellen von Beiwagen in verschiedenen Größen, Ausführungen und Preisklassen wählen.
Speziell für Hunde
‘Wir haben eine Allround-Variante, die für ein bis zwei Kinder (maximal 45 kg insgesamt) geeignet ist. Aber auch zwei Versionen speziell für Hunde. Denn dafür werden die Seitenwagen sehr oft gekauft, wie ich jetzt herausgefunden habe.’
Einer der Hundewagen ist mit einer Heckklappe ausgestattet, über die der Hund selbst hineinspazieren kann. ‘Das erspart das Heben.’
Die Bestellungen werden nach skandinavischer Tradition als Bausatz an den Kunden geliefert und können optional um ein ausklappbares Sitzkissen und eine Regenhaube erweitert werden. Der Fahrrad-Seitenwagen ist etwas breiter als ein Zweirad-Lastenfahrrad, fährt sich aber wunderbar. Ein Fahrradanhänger hinter dem Fahrrad ist auch schön, aber mit dem Seitenwagen sitzt man nebeneinander und hat echten (Augen-)Kontakt mit seinem Beifahrer. Das ist praktisch, aber auch gemütlicher.’
Leicht und einfach
Die aus Glasfaser gefertigten Seitenträger sind leicht und können grundsätzlich an jedem Fahrrad, E-Bike oder Fatbike befestigt werden. ‘Allerdings ist ein offener Kettenkasten erforderlich’, erklärt Lud. Die Montage und Demontage ist ganz einfach. ‘Wenn Sie ihn also einmal nicht brauchen, können Sie ihn innerhalb von 30 Sekunden abnehmen und Ihr Fahrrad ist wieder wie zuvor. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einem Lastenfahrrad. Aufgrund seiner Größe und seines Gewichts lässt sich der Seitenwagen leicht im Auto oder Wohnmobil transportieren.’
Etwa 80 Prozent seiner Kunden nutzen das Seitenwagen für einen Hund. Der Rest transportiert darin seine Kinder, weiß Lud. ‘In diesem letzten Markt möchte ich noch weiter wachsen, aber das braucht etwas Zeit.’
Zoofachgeschäft
Mittlerweile hat er einige Kooperationen mit einer Tierhandlung, aber auch mit einem Fahrradgeschäft geschlossen. ‘Das finde ich auch so toll am Unternehmertum: Man trifft alle möglichen Menschen und wird immer wieder herausgefordert, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Ja, nach einem halben Jahr kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, mich dafür entschieden zu haben.’
Wer einmal eine Probefahrt machen oder sich umsehen möchte, kann hier Weitere Informationen finden Sie hier.